Aus der Presse
Immobilien für alle
14.09.2019
Viele Menschen glauben noch immer, dass Investments in Immobilien nur etwas für Wohlhabende oder sogar Superreiche sind. „Stimmt nicht“, weiß Frédéric Puzin und erklärt die Anlagephilosophie seines Unternehmens sowie die Marktsituation in Europa.

Immobilien genießen prinzipiell einen guten Ruf, allerdings sagen manche Kritiker, dass die Preise bereits zu stark in die Höhe geschossen sind...

FRÉDÉRIC PUZIN: Grundsätzlich muss man festhalten: Immobilien sind so beliebt, weil sie real sind, man kann sie sehen, angreifen und nutzen. Die englische Bezeichnung lautet nicht umsonst Real Estate, also reales Vermögen. Das Problem ist, dass sehr viele Menschen erkannt haben, dass es doch eine gute Idee sein muss, in solche Werte zu investieren. Angefeuert wird das durch die Tatsache, dass das Zinsniveau extrem niedrig liegt und somit die Geld- sowie Anleihenmärkte nur sehr geringen Ertrag abwerfen. Hinzu kommen kostengünstige Finanzierungen und Kredite, die den Run auf Immobilien befeuern, es entsteht ein gewisser Herdentrieb. Die logische Folge lautet: Die Preise steigen und die Renditen fallen.

Wie gehen Sie bei Corum mit dieser Problematik um?

Die Lösung ist, dass Immobilien zu guten Bedingungen erworben und stark diversifiziert werden müssen. Eine Strategie, die Corum tagtäglich verfolgt und einen Immobilienbestand im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro verwaltet. Wir gehen dabei opportunistisch vor, das bedeutet, dass wir nicht den am Markt vorherrschenden Trends hinterherlaufen wollen.

Können Sie dafür Beispiele geben?

So sind wir etwa im Jahr 2012 in Spanien eingestiegen, also zu einem Zeitpunkt, als andere Investoren das Land mieden. Spanien hatte zuvor tatsächlich Probleme, aber die Bereinigung am Immobilienmarkt war erfolgreich und wir konnten zu sehr günstigen Preisen einsteigen. Dabei lautet unser Motto: Wir haben Zeit. Wenn die Investmentstory fundamental stimmt, können wir warten. Ein weiteres Beispiel für unseren aktiven und opportunistischen Ansatz bieten die Niederlande. Praktisch alle Investoren hatten das Land vergessen, das ebenfalls mit Problemen am Real Estate-Markt zu kämpfen hatte. Wir nutzten hingegen die Gelegenheit und sind damit gut gefahren. Ähnliches gilt für Italien, wo vor rund zwei Jahren die politischen Probleme manifest wurden. Investoren meinten damals, das sei ein zu gefährlicher Boden und verkauften. Wir begannen hingegen zu kaufen und erwarben gute Objekte zu guten Preisen. Corum Origin kauft ausschließlich Immobilien mit einem bestehenden Mietverhältnis, die durchschnittliche Laufzeit der Mietverträge beträgt aktuell rund 8,5 Jahre.

Wie können sich Investoren nun an Ihrem Investmentansatz beteiligen?

Mit unseren Immobilienfonds wie dem Corum Origin, der in zwölf Ländern der Eurozone investiert ist. Zielobjekte sind kommerziell genützte Immobilien wie Supermärkte, Hotels oder Bürogebäude. Der Fonds erzielte bereits sieben Mal in Folge eine jährliche Durchschnittsrendite von mehr als sechs Prozent. 2018 konnte konnte sogar eine Dividendenrenditevon 7,28 Prozent erwirtschaftet werden.

Ab welcher Summe kann man in den Fonds einsteigen?

Immobilienveranlagung umgibt manchmal noch immer der Nimbus, dass man sehr betucht sein muss, um hier wirklich effektiv agieren zu können. Beim Corum Origin stimmt das allerdings absolut nicht. Der Zugang ist bereits ab dem Erwerb eines Anteils von 1090 Euro möglich. Die Potenziale von Real Estate zu nutzen, ist bei Corum somit etwas für „ganz normale Menschen“, institutionelle Anleger bilden nicht unser Zielpublikum. So öffnen wir einen sehr direkten Weg zu Immobilieninvestments.

Im Portfolio des Corum Origin finden sich auch kleinere Länder wie Estland, Lettland, Belgien oder Irland. Österreich sucht man jedoch vergeblich, warum?

Wien ist bereits ein teures Pflaster geworden, was aber natürlich auch für Städte wie Paris gilt. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass Österreich für uns uninteressant wäre. Sollten sich gute Möglichkeiten bieten, können wir natürlich auch hier einsteigen.

Was ist abschließend Immo-Investoren prinzipiell ans Herz zu legen?

Geduldig sein, der Anlagehorizont darf keine Monate, sondern muss Jahre betragen.

Text: Harald Kolerus

Hier geht es zum Geld-Magazin Artikel: https://www.geld-magazin.at/flipBooks/gm1909/74/index.html

September 2019